Im geschützten Anbau verteilen wir das Mulchmaterial einige Wochen nach der Pflanzung. Bis Mitte Mai kann sich der Boden somit schnell erwärmen und es steht frischer Aufwuchs von Winterzwischenfrüchten im Freiland zur Verfügung.

Frischer Wickroggen-Aufwuchs aus dem Freiland Mitte Mai

Händisches Verteilen des Mulchmaterials

Das eingesetzte Material sollte feucht gehalten werden, damit es sich zersetzen kann, denn eine durchweg trockene Auflage wäre im Spätherbst immer noch vorhanden.

In unseren Gewächshäusern beregnen wir daher direkt über der Mulchschicht, die somit feucht bleibt und auch bei einem weiten C/N-Verhältnis während der Kulturzeit größtenteils umgesetzt wird.

Würden wir auf den Wegen schlichtweg Mulch streuen und sie mit beregnen, so gäbe es in diesen Bereichen starke Verdichtungen und einen deutlichen Strukturverlust. Deshalb säen wir die Erntegassen unmittelbar vor der Pflanzung der Sommerkulturen mit einer Gras-Untersaat ein. Bei der Pflanzung wird das Saatgut “festgetreten” und anschließend mit angewässert. Bis zum ersten Arbeitsgang der Kulturpflege ist die Untersaat so weit etabliert, dass sie problemlos betreten werden kann. Später wird sie regelmäßig mit dem Rasenmäher gemäht.

Mähen der Graswege mit einem Rasenmäher

Brauchbare Bodenstruktur in den Erntegassen trotz häufigem Betreten und Befahren

Die damit geschaffene Durchwurzelung erhält die Bodenstruktur in den stark genutzten Gassen für die Folgekulturen, die im Winter vollflächig angebaut werden. Die Graswege haben außerdem einen ausgleichenden Einfluss auf die Luftfeuchtigkeit in den Häusern.

Im Herbst zerkleinern wir den Restmulch sowie Ernterückstände von Tomaten, Gurken oder Paprika mit einem Schlegelmulcher und führen eine flache Bodenbearbeitung (ca. 3 cm) durch, um die Graswege zu unterschneiden. Anschließend werden Wintersalate direkt in das Erd-Mulch-Gemisch gepflanzt.

Schlegeln von Restmulch und Ernterückständen

Für Feldsalat vorbereitetes Saatbett

Feldsalat unmittelbar nach der Pflanzung mit Ernterückständen von Tomate

Feldsalatbestand zur Ernte ohne Grasdurchwuchs. Unterschiede zwischen Weg und Beet sind nicht erkennbar.

Im darauffolgenden Frühjahr beginnt der Kreislauf mit einem flachen Unterschnitt vor der Pflanzung von Neuem.

Überblick Praxistipps aus unserem Betrieb:

  • Mulchausbringung etwa Mitte Mai nach Erwärmung des Bodens
    • Zweitriebige Tomatenpflanzen und einreihige Anordnung von Gurken vereinfachen die nachträgliche Mulchverteilung
  • Bewässerung über dem Mulch zur Befeuchtung des Materials
    • PVC-Rohre auf Ständern, Bohrungsabstand 90 cm mit Supernet LRD 40 Sprinklern (40 l/h/Düse), kombiniert mit 2 cm Microschlauch plus Pressfit, hängend montiert.
  • Zusätzlich Oberberegnung: PVC-Rohre, Bohrungsabstand 150 cm mit Micronet Spinnet-Sprinklern (120 l/h/Düse).
  • Erhalt der Bodenstruktur durch Begrünung der Wege (z.B. Gras-Untersaat)