Illustration zum VerdunstungsschutzWinterfeuchtigkeit wird durch Winterzwischenfrüchte in Mulchmaterial umgesetzt, das den Boden permanent bedeckt. Das wiederum führt dazu, dass erheblich weniger Evaporation stattfindet, denn das im Boden aufsteigende Wasser schlägt sich, statt zu verdunsten, an der Unterseite der Mulchschicht nieder und kann dort durch Feinwurzeln der Kulturpflanze aufgenommen werden. Da in diesem System somit nur noch über das Blatt verdunstet wird, ist das Wasser nur produktiv genutzt und ermöglicht es, auch lange Trockenphasen ohne Bewässerung zu überbrücken.

Müller (2003)* verglich in einer achtjährigen Untersuchung eine Grasmulchbedeckung mit einem unbedeckten Boden. In einer Bodentiefe von 0-60 cm hatte die Grasmulchvariante im Durchschnitt der Jahre 65 Liter/m2 pflanzenverfügbares Wasser und die unbedeckte Variante 25 Liter/m2. Mulch hält also den Boden feuchter, sodass die Möglichkeit besteht, im intensiven Gemüsebau Bewässerungsaufwand einzusparen.

*Müller, S. 2003: Wirkung verschiedener organischer Mulchmaterialien auf den Nährstoff- und Wasserhaushalt des Bodens – Quantifizierung der Bedeutung für den ökologischen Landbau, Fachhochschule Erfurt, http://forschung.oekolandbau.de (Zugegriffen: 14. Januar 2013)

Gleichzeitig lässt das Mulchmaterial Starkregenereignisse erosionsfrei infiltrieren. Die kinetische Energie der Regentropfen wird durch die Mulchschicht abgepuffert. Somit gibt es an der Bodenoberfläche keine Verschlämmung oder Verkrustung. Sie bleibt stabil und offenporig, weshalb das Regenwasser sehr zügig eindringen kann.

Das Bild zeigt die Bodenoberfläche unter Mulch nach einem Starkregenereignis
Das Bild zeigt einen Vergleich nach einem Starkregenereignis auf einen Acker zwischen mit und ohne Mulch Abdeckung